Mechenharder Bläser können auch singen

Gesang- und Musikverein Eintracht: Gelungene Serenade im Winzerhof – Maria Hektor und Krimhilde Reipöler geehrt

Mitreißende Blasmusik, ausgefeilter Chorgesang – diese Kombination ist das Erfolgsrezept der Serenade im Winzerhof, zu der der Gesang- und Musikverein Eintracht Mechenhard am Sonntag zum siebten Mal ins Weingut Zöller einlud.

Vor der „Woischeuer“ durfte die Erste Vorsitzende Barbara Markert gut 250 Besucher zu einem launigen Konzertnachmittag begrüßen, den die Musikkapelle, der Gemischte Chor und das Jugendensemble des Mechenharder Traditionsvereins mit einem sommerlichen Melodienreigen facettenreich zu gestalten wussten. Ein zusätzliches Bonbon waren heuer die Gäste vom Jazzchor Aschaffenburg, die das Programm um einige musikalische Glanzlichter bereicherten. Mit einer kurzweiligen Moderation rundeten Marion Hahn und Benjamin Bohlender die Veranstaltung ab.

 

Instrumente abgelegt

Schon beim Eröffnungsstück wartete die Musikkapelle mit einer Überraschung auf: Beim Marschlied „Dem Land Tirol die Treue“ bewiesen die Mechenharder Musikanten, dass in ihnen auch talentierte Sänger stecken, als sie im Trio-Teil ihre Instrumente ablegten und mitsangen. Exakte Einsätze, satter Sound und temperamentvolle Dynamik: Dass das Blasorchester mit seinem Dirigenten Marcus Greim die Stilistik böhmischer Blasmusik hervorragend beherrscht, belegte die „Garten-Polka“ und der Walzer „Träumerei“. Auch bei konzertanten Arrangements wie Bruno Mars’ „Marry You“ oder Rainhard Fendrichs einfühlsam interpretierte Alpenrockballade „Bergwerk“ überzeugte die Kapelle mit musikalischer Finesse.

Das Dutzend Jungmusiker des Jugendensembles (Leitung: Ilona Winter) verblüffte die Zuhörer beim bekannten „Colonel Bogey March“, „Circle of Life“ und dem schwungvoll intonierten „I Will Follow Him“ mit beachtlicher Spielfreude. Der Gemischte Chor ließ Frank Sinatras „New York, New York“ im Winzerhof swingen und präsentierte authentisch den Gassenhauer „Griechischer Wein“.

Chorleiterin Rita Didelyté-Appel einte die Frauen- und Männerstimmen beim „Frühlingslied“ zu einem ausdrucksstarken Wohlklang, der auch bei Otto Grolls „Wiener Spezialitäten“ schön zur Geltung kam. Das unterhaltsame Potpourri beliebter Wiener Lieder animierte einige im Publikum spontan zum Schunkeln und Mitsingen. Besonders gelungen dargeboten wurde Lorenz Maierhofers alpenländische Popballade „Übern See“: Die 37 Sängerinnen und Sänger erzeugten mit anrührender Emotion harmonisch fein nuancierte Spannungsbögen, welche das tief empfundene Liebesbekenntnis des Textes vortrefflich spiegelten.

Der von Marcus Rüdel dirigierte Aschaffenburger Jazzchor meisterte anspruchsvolle moderne Chorsätze bravourös: Ob bei „Sweet Dreams“, „It’s my party“ oder Stevie Wonders „I wish“ – die Künstler glänzten mit chorischer Präzision, schöner Phrasierung und dynamischer Intensität, wobei der beschwingte Drive der Gesangsdarbietungen immer wieder von rhythmisierenden Begleitelementen profitierte. Mystische Momente, die unter die Haut gingen, kreierte der Chor mit einer brillanten Interpretation von „Engel“ der Rockgruppe Rammstein, wobei er das Publikum mit im wahrsten Sinne engelsgleichen Stimmfarben verzauberte.

Zu Michael Jacksons Friedenshymne „We are the World“ vereinten sich alle Akteure, um mit einem beeindruckenden Klangkörper einen schönen Schlusspunkt zu zelebrieren. Ein gelungenes Finale des Eintracht-Konzerts, für das die vier beteiligten Ensembles viel Applaus ernteten.

Im Rahmen des Konzerts wurden Maria Hektor für 40 Jahre und Krimhilde Reipöler für 25 Jahre Chorgesang ausgezeichnet. Im Mechenharder Chor singen die beiden im Sopran. Zum Dank für ihre Treue und ihr Engagement überreichte Vorsitzende Barbara Markert Urkunden und Weinpräsente. bb

Vorsitzende Barbara Markert (Mitte) mit Maria Hektor (links) und Krimhilde Reipöler.
Der Gemischte Chor Eintracht Mechenhard mit Chorleiterin Rita Didelyté-Appel bei seinem Auftritt im Winzerhof. Fotos: Udo Unkelbach