Frischer Gesang, voller Bläserklang
Adventskonzert: Eintracht Mechenhard trifft mit anspruchsvollem Programm Geschmack des Publikums
Festliche Vorfreude verbreiteten Sänger wie Instrumentalisten beim Adventskonzert des Gesang- und Musikvereins Eintracht Mechenhard am Sonntag. Der Schlussapplaus in der vollen Pfarrkirche St. Josef bestätigte, dass sie den Geschmack des Publikums getroffen hatten und das Programm gerne länger, als nur eine gute Stunde hätte dauern dürfen.
Zur Eröffnung sorgte das Blasorchester mit »Bist du bei mir« für ergreifende Augenblicke, so sensibel wie es die Schwermut und Hoffnung des Bach-Chorals umzusetzen vermochte. Dagegen kontrastreich das Popstück »Heal the world«.
Dynamik und Vielfalt
Ohnehin scheinen 08/15-Weihnachtslieder nicht die Sache des spürbar anspruchsvollen Dirigenten Marcus Greim zu sein. Er legt großen Wert auf dynamische Vielfalt und einen stets kompakten Bläsersound: Ob bei der Ballade »Wo ich auch stehe« oder Billy Joels imposanter Impression von »Leningrad« - die Spielfreude der zwei Dutzend Musiker garantierte die Gänsehautmomente, die in einem beseelten Konzert nicht fehlen sollten. »Jesus, höchster Name«, dessen Melodie sich von der zarten Einleitung der Klarinetten zu einem feierlichen Tutti steigerte, untermauerte noch einmal die Musikalität der Akteure. Dabei rundete den vorweihnachtlichen Hörgenuss eine Bildpräsentation visuell ab.
Mit frischem Elan kündete der Gemischte Chor bei »Im Advent da brennen Kerzen« und gefühlvoll im Christrosenlied vom nahen Fest - hier mit gewohnter Klasse herausragend die Tenöre Paul Kruppa und Walter Odenwald. Die resolute Dirigentin Rita Didelyté-Appel einte die gut 30 Männer- und Frauenstimmen auch beim kraftvollen Schlusschor aus Saint-Saëns’ romantischem Weihnachtsoratorium »Tollite hostias« zu Wohlklang, der sich im Kirchenrund prächtig entfaltete.
Mit Arrangements von Händels Feuerwerksmusik und »My heart will go on« bot das Jugendensemble, dirigiert von Ilona Winter, eine tolle Leistung. Ebenso verblüffte das harmonische Spiel des Querflöten-Trios der Musikschule Erlenbach (Kim Dworak, Marlene Wagner, Hannah Winter), das gerne mehr als nur ein Stück hätte spielen dürfen.
Wunderbar war der Auftritt des Projektchors. Die rund 20 Sänger hatten seit September mit Didelyté-Appel und Verstärkung von erfahrenen Sängern für das Konzert geprobt. Darunter viele junge talentierte Frauen, die eindrucksvoll bewiesen, welch schöner, harmonischer, ausdrucksstarker Chorgesang mit intensiver Probearbeit in kurzer Zeit möglich ist.
Gelungenes Debüt
Die gelungene Interpretation von »Mary’s Boy Child«, das temperamentvolle »Some nights« und »Ring Christmas Bells« nährten in Mechenhard zu Recht die Hoffnung, dass die Chor-Debütanten in ihren gesanglichen Ambitionen auch in Zukunft nicht nachlassen.
Das Sonderlob der Vorsitzenden Barbara Markert hatten sie sich jedenfalls rundum verdient - zumal bei dem hohen Schwierigkeitsgrad der aufgelegten modernen Chorsätze, unter dem Tempo und Synchronität zuweilen geringfügig litten. Begleitet von Pianistin Johanna Bahndorf setzten die vereinten Chöre das verträumte »Angels’ Carol« auf den Punkt um - eines der musikalischen Glanzlichter an diesem stimmungsvollen dritten Adventsabend. Benjamin Bohlender