Vereinsgeschichte

 

 

 
 
     Gründung der     Musikkapelle Mechenhard
Gründung des Männergesangvereins "Eintracht Mechenhard"

Um die Jahrhundertwende, genauer gesagt im Mai des Jahres 1900, gründeten sieben junge Burschen die Musikkapelle in Mechenhard.

Mechenhard hatte zu dieser Zeit ca. 250 Einwohner. Es war dies der zweite Versuch einer Gründung, denn etwa 15 Jahre vorher ist die Gründung der Musikkapelle an dem Machtwort des Pfarrers Ignaz Frankenberger gescheitert:

"Wer eine Teufelsmusik macht, kann nicht auch noch Kirchenmusik machen."

Folgende Personen gründete den Verein:

  •        Philipp Vill (Heimatdichter und   Komponist)
  •        Josef Rüttiger
  •        Alois Berninger
  •        Ignaz Berninger
  •        Leo Bernard
  •        Ludwig Bernard
  •        Anton Heider

Die Ausbildung hatte der Musiker Otto Miltenberger aus Rück übernommen. Die Begeisterung der Jungmusiker war selbst von dem vier Kilometer langen Fußweg zu jeder Probe nicht zu bremsen.

Die Ratenzahlung an den Musikinstrumenten belastete die jungen Musiker so sehr, dass an Notenkauf nicht zu denken war. Da half der junge Vollblutmusiker Philipp Vill mit Märschen und Konzertstücken aus, die harmonisch aus seiner Feder flossen. Kein Wunder, dass er nach drei Jahren auch die Leitung der Kapelle übernahm.

Bereits am Fest Maria Himmelfahrt des Gründungsjahres begleiteten die Musiker die Wallfahrer nach Röllbach zur "Maria-Schnee-Kapelle" und zur Kirchweih spielten die Burschen schon zur Tanzmusik auf.

Nach einer vierjährigen Pause während des 1. Weltkrieges führten die heimgekehrten Musiker die Kapelle unter der Leitung von Alois Hohm und später Alois Becker weiter.

Das erzwungene Zusammengehen aller öffentlichen Vereine "zur nationalen Gesang- und Sportvereinigung 1933", hatte auf die Kapelle kaum Einfluss.

Selbst während des 2. Weltkrieges fanden sich die älteren Musiker zur Kirchenmusik zusammen. Ganze sieben Musikbegeisterte hielten nach Kriegsende das Fähnlein der Musik hoch.

Im Mai 1950 feierte man im kleinen Rahmen das fünfzigjährige Bestehen der Musikkapelle.

Im Winter 1954/55 musste man die erste Krisensitzung einberufen, da es zwecklos war, mit 7 Musikern die Kapelle weiterhin aufrecht zu erhalten. Nach etwas Werbung konnte man tatsächlich fünfzehn Jugendliche als neue Musikschüler gewinnen.

Die Ausbildung der Jungmusiker übernahm ab Februar 1955 Alfred Ganz aus Erlenbach. Die ersten Auftritte der Jugendlichen waren bereits im April, Mai und August 1955 bei kirchlichen Anlässen. Den Dirigentenstab schwang zu dieser Zeit der Lehrer Hans May.

Aber nur das Zusammenschließen mit dem Gesangverein "Eintracht" am 18. Februar 1956 und die finanzielle Hilfe der Gemeinde Mechenhard gaben der Musik das Fundament.

Zitiert aus dem 1. Protokollbuch des Vereins "Eintracht Mechenhard".

Schriftführer Karl Zöller:

"Der unsehliche Weltkrieg war zu Ende. Die übriggebliebenen, zurückgekehrten Krieger sehnen sich nach der alten guten Zeit; aber es besteht keine Gelegenheit die alte Stimmung und den alten Humor in die Gesellschaft bei Alt und Jung zu tragen.

Nun machten es sich drei Gesangsfreunde, nämlich Joseph und Philipp Vill und Karl Zöller zur Pflicht, durch Gründung eines Gesang Vereins manch vergnügte Stunde zu bereiten.

Die Genannten beraumten am 15. Februar 1919 im Gasthaus zum Rad eine Versammlung an, zwecks Gründung des genannten Vereins.

Es erschienen da selbst 27 hiesige Männer. Zöller eröffnete die Versammlung, begrüßte die Anwesenden und dankte Ihnen herzlichst für ihr zahlreiches Erscheinen.

Hierauf erklärte er den Zweck und die Vorteile eines Gesangvereins und erntete allseitige Zustimmung. Um diese schöne Sache in Gang zu bringen, schritt man sofort zur Wahl der Vorstandschaft. Zöller schlug Herrn Karl Becker als ersten Vorstand vor und somit wurden folgende Herren, alle per Akklamation, in die Vorstandschaft gewählt:

  •        Karl Becker:                1. Vorstand
  •        Joseph Berres:           2. Vorstand
  •        Joseph Vill:                   Dirigent
  •        Karl Zöller:                    Schriftführer
  •        Alois Krug:                     Kassier
  •               "        :                       Conservator
  •        Leo Bernard:                 Beisitzer
  •        Anton Rüttiger:              Beisitzer
  •        Franz Joseph Heider:  Vereinsdiener

Sämtliche der 27 Anwesenden beteiligten sich an der Wahl und wurden als Gründungsmitglieder eingetragen:

  1. Becker August
  2. Becker Karl
  3. Becker Joseph
  4. Becker Wendelin
  5. Berres Joseph sen.
  6. Berres Karl
  7. Berres Joseph jun.
  8. Bernard Leo
  9. Breunig Eduard
  10. Börger Joseph
  11. Börger Anton
  12. Börger Florian
  13. Berninger Max
  14. Hohm Alois
  15. Hohm August
  16. Heider Franz Joseph
  17. Kempf Karl
  18. Krug Joseph
  19. Krug Alois
  20. Müller Phillip
  21. Müller Anton
  22. Müller Joseph Anton
  23. Müller Joseph
  24. Müller Wilhelm
  25. Rüttiger Anton
  26. Vill Philipp
  27. Vill Joseph
  28. Zöller Karl
  29. Zöller Heinrich

sämtliche aktiv."

Der Verein trug ab sofort den Namen "Eintracht", was für den engen Zusammenhalt der Mitglieder stehen sollte.

Als Gründungs- bzw. Beitrittsbeitrag wurden 2 Mark festgesetzt und auch sofort von den Mitgliedern dem Kassier gezahlt.

Als Monats-Beitrag wurde für Aktive 40 Pfennig, für Passive 50 Pfennig festgesetzt.

Es folgten Gesangsproben, Vereinsausflüge, Ausschusssitzungen, Aufnahme neuer Mitglieder und natürlich auch Auftritte. Hierzu zählten Ständchen, Theaterabende und Gesangauftritte in benachbarten Gemeinden und auf Festen der Umgebung.

Im Mai 1921 wurde Herr Hauptlehrer Balling als neuer Dirigent verpflichtet.

Es folgten natürlich auch weitere personelle Veränderungen in der Vorstandschaft.

Am Pfingstmontag den 24. Mai 1926 wurde die Fahne des Vereins "Eintracht Mechenhard" bei einem Feldgottesdienst geweiht und durch den Patenverein Klingenberg dem Fahnenjunker Alois Becker überreicht.

1933 traf auch den Gesangverein "Eintracht Mechenhard" das erzwungene Zusammengehen mit Sport- und Radfahrverein.

Selbst während des 2. Weltkrieges wurde der Chorgesang durch die älteren Mitglieder weiter geführt.

Direkt nach Ende des Krieges trennte sich der Radfahrverein wieder von dem Großverein. Gesang- und Sportverein blieben bis ins Jahr 1947 vereint, trennten sich dann aber aufgrund von Unstimmigkeiten innerhalb der Vereinsführung.

 

Am 7. Dezember 1951 starb Philipp Vill, das Gründungsmitglied der Musikkapelle und des Gesangvereins.

Was Philipp Vill für beide Abteilungen getan hat, ist kaum in Worte zu fassen.

Als Komponist und Sänger schrieb er Gesang- und Musikstücke für Kapelle und Chor und war überall bekannt. Von ihm stammen viele Heimat- und Volkslieder, die er selbst verfasst und vertont hat. Seine Lieder, die er mit seinen Töchtern sang, wurden sogar vom Rundfunk übertragen.

Wir werden unserem Gründer ein stetes Andenken bewahren.


Zusammenschluss von Kapelle und Chor zu

Gesang- und Musikverein "Eintracht Mechenhard"

und das gemeinsame Wirken

Am 18. Februar 1956 war es soweit. Der Zusammenschluss von Kapelle und Chor. Vorstand war zu dieser Zeit Oskar Stuckert.

Der Mitgliederstand wuchs auf 7 Ehrenmitglieder, 73 aktive Mitglieder (davon 33 Sänger, 20 Musiker) und 10 auswärtige Mitglieder.

Im November 1959 wurde eine Jugendkapelle mit 36 Jungen und Mädchen zwischen 8 und 14 Jahren gegründet. Es war ein echter Aufschwung innerhalb des Vereins zu verzeichnen.

Am 6. Februar 1962 fand zum ersten Mal die Chorprobe des neugebildeten gemischen Chores statt. Die erschienen Männer waren durchweg Mitglieder des Männerchores. Zusätzlich kamen eine Reihe Frauen dazu. Der gemischte Chor ist vor allem durch die besondere Initiative von Herrn Pfarrer Happ und Erich Korn ins Leben gerufen worden. Seither wurden auch immer wieder Liederabende mit beiden Chören veranstaltet.

Aus gesundheitlichen Gründen musste der Lehrer Hans May seinen Dirigentenstab an Albert Breunig weitergeben. Auch Alfred Ganz aus Erlenbach legte wegen Krankheit sein Amt nieder, deshalb sind auch viele junge Talente wieder abgesprungen.

Im Jahre 1964 wurde die erste einheitliche Kleidung für die Musikkapelle angeschafft. Bestehend aus roten Sakkos, grauen Hosen und blauen Bindern.

Im Juni 1969 feierte man das 50-jährige Bestehen des Gesang- und Musikvereines "Eintracht" Mechenhard. Zuvor im April gab es schon ein Jubiläumskonzert und zwei Monate später wurde dann mit einem dreitägigen Fest auf den 50. Geburtstag angestoßen.

Als im Jahre 1970 Hubert Jopp den Vereinsvorsitz und Paul Becker den Dirigentenstab übernahmen, erlebte die Kapelle einen Aufschwung, der bis zum heutigen Tag anhält. Ihrem unermüdlichen Einsatz und ihrer stetigen Bereitschaft verdankt die Kapelle ihren musikalischen Aufstieg und das hohe Niveau.

Vom 21. - 23. August 1971 fand zum ersten Mal ein Fest des Gesang- und Musikvereines statt. Dies erhielt so großen Zuspruch, dass es die Jahre darauf nun immer wieder veranstaltet wurde. 1972 fand es allerdings, wie heute auch noch, Ende Juli statt. Damals war es noch ein Gartenfest. Heute ist es unser immer wiederkehrendes "Sommernachtsfest".

1975 feierte man das 75-jährige Jubiläum der Blaskapelle.

Mit Hubert Höfling als 1. Vorsitzenden und Reiner Full als Stellvertreter traten 1977 zwei Männer an die Spitze des Vereins, für die Musik und Gesang Lebensinhalt war.

Fast zehn Jahre führte Hubert Höfling in vorbildlicher und unnachahmlicher Art die Geschicke des Vereins. Nach seinem allzu frühen Tod 1986 übernahm seine Frau Brigitte den Vorsitz und zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte stand eine Frau an der Spitze. Ihr zur Seite, wie schon bei ihrem Ehemann, stand der zweite Vorsitzende Reiner Full.

Für die Konzertmusik wurde 1984 der Musikpädagoge Wolfgang Höfer als Dirigent verpflichtet. Mit ihm konnten hervorragende Ergebnisse im Wertungsspielen erreicht werden. Höhepunkt war die Teilnahme am Musiktreffen in Brünn (ehemalige CSSR), wo unter der Leitung von Herrn Höfer in der Oberstufe mit dem Stück "Mährischer Tanz Nr. 4" der Sonderpreis der Jury gewonnen wurde.

Wolfgang Höfer mussten wir Ende 1987 als Konzertdirigenten aufgrund eines beruflichen Auslandsaufenthaltes verabschieden.

Im März 1990 übernahm Viktor Grosch den Vorsitz des Vereins. Auch hier stand ihm wieder als 2. Vorsitzenden Reiner Full zur Seite. Viktor kümmerte sich um die Belange der beiden Chöre und Reiner setzte sich unermüdlich für die Musiker ein.

Für die konzertante Musik war ab 8. März 1990 der Musiklehrer Joachim Hammer verantwortlich. Bis heute ist er Dirigent unseres gemischten Chores.

Die Nachwuchsarbeit kann seit den '90er Jahren als hervorragend bezeichnet werden. Die Ausbildung findet in der Musikschule Erlenbach und auch in dem Proberaum des Vereines statt. Nach und nach werden die Jugendlichen in die Musikkapelle integriert.

Im Februar 1994 feierte man das 75-jährige Bestehen des Gesang- und Musikvereins "Eintracht" Mechenhard.

Ab 1994 wurde der Dirigentenstab von Paul Becker an Karl-Georg Hahn übergeben. Mit seinem musikalischen Geschick und seiner väterlichen Art schaffte er es immer wieder Jung und Alt zu motivieren. Als Gewinn für die Kapelle sollte man noch das von 1997 bis 2007 bestehende Gesangsduo Karin Börner und Werner Hennesthal erwähnen.

Ein Höhepunkt in der 100-jährigen Geschichte der Musikkapelle waren sicherlich die Fahrten in das Elsass, nach Prag und Budapest und vor allem die einwöchige Italienfahrt im September 1998. Mit dem Ortsschild machten sich 70 Mechenharder auf den Weg nach Bibione. Tagsüber relaxen und am Abend musizieren; gern denkt man an diese Tage zurück.

Im Jahr 2000 feierte ganz Mechenhard das 100-jährige Bestehen der Musikkapelle. Schon ein Jahr zuvor wurden die Vorbereitungen für das große Fest getroffen, Arbeitsgruppen gebildet und Ausschusssitzungen terminlich beschlossen.

Am 16. Juli war es dann endlich soweit. Der große Tag war da und vorbei war es mit den langen Vorbereitungen. Vergessen so mancher Stress, Hektik und vielleicht auch das eine oder andere falsche Wort, denn das, was an diesem Tag und speziell den Festtagen kommen sollte, entschädigte für alle Mühen. Nach dem Festgottesdienst in der Pfarrkirche Mechenhard gings im Marschtempo zur Sporthalle, in welcher die akademische Feierstunde stattfand. Glückwünsche wurden überbracht und Reden geschwungen. Untermalt wurde die Feierstunde von harmonischen Klängen, welche uns die Junge Philharmonie Erlenbach mitbrachte.

Das 100-jährige Fest wurde gebührend gefeiert und wird allen Beteiligten in schöner Erinnerung bleiben.

Zum 1. Januar 2001 übergab Karl-Georg Hahn aus gesundheitlichen Gründen den Dirigentenstab an den Niederländer Wilco Grootenbour. Wilco hat Direktion und Trompete studiert und hält zusätzlich in unserem Proberaum Musikstunden für unsere Jungmusiker ab. Auch wenn er hin und wieder mit den Tücken der deutschen Sprache und insbesondere des mechenharder Dialekts konfrontiert wird, hat er sich vollkommen in unseren Verein integriert und wir haben alle viel Spaß mit ihm.

Am 7. Oktober 2001 wurden unsere renovierten Proberäume von Pfarrer Anton Wegstein eingeweiht und gesegnet.

Im Jahre 2002 gibt Viktor Grosch den Vereinsvorsitz an Gerhard Knüttel ab, der seit 2006 von Werner Hennsthal als 2. Vorsitzenden unterstützt wird. Weiterhin wurde 2006, zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte eine 3. Vorsitzende, vertreten durch Monika Berninger, gewählt.

Im September 2006 erlebte die Musikkapelle einen weiteren Auslandsaufenhalt. Aufgrund der 25-jährigen Partnerschaft zwischen Erlenbach a. Main und Saint Maurice (nahe Paris) lud uns dessen Bürgermeister Christian Cambon, zusammen mit dem Erlenbacher Stadtrat, für drei Tage nach Frankreich ein. Ein paar lustige Tage, die wir wohl alle nicht vergessen werden.

 
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